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COVID 19 -Agieren statt reagieren!

Verantwortlicher Autor: Lydia Budiner Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf, 10.10.2021, 16:40 Uhr
Presse-Ressort von: Abgehakt Bericht 6221x gelesen
Bereit für die Pandemie?
Bereit für die Pandemie?  Bild: Lydia Budiner

Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf [ENA] Seit März 2020 verändert die Pandemie unser Leben – 14 Monate – und wir sind noch immer nicht weiser geworden! Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Was ist notwendig, um Zukunftsperspektiven zu eröffnen? Und wie sieht die Situation in Deutschland wirklich aus?

Seit März 2020 verändert die Pandemie unser Leben – 14 Monate – und wir sind noch immer nicht weiser geworden! Viele Fragen bleiben unbeantwortet: Wie lange wirkt die Impfung? Verhindern Impfungen auch asymptomatische COVID-19 Erkrankungen? Verhindert die Impfung „Long COVID“? Wie lange hält eine mögliche Immunität von genesenen Pat an? Wie ist das bei Patienten, die gar nicht wussten, dass Sie COVID-19 hatten? Wie lange sind diese immun? Wie detektieren wir diese? Wie hoch ist deren Anteil? Wie weit sind wir von einer Herdenimmunität entfernt? 1001 Frage und wenig Antworten.

Die Politik hat versäumt frühzeitig Untersuchungen anzustoßen, die Antworten auf all die o.g. Fragen geben könnten. Die Wissenschaft war auch mehr darauf bedacht das Hier und Jetzt zu erfassen, als Daten zu erheben, die die Zukunft weisen könnten. Daher kommen wir auch Zukunftsperspektiven nicht einen Schritt näher. Das muss sich dringend ändern! Was ist dazu notwendig? Und wie sieht die Situation in Deutschland wirklich aus?

Serologische Tests für Zukunftsperspektiven JETZT

Schon heute sind Menschen gegen das Corona-Virus immunisiert. Das betrifft einerseits einen Großteil der Menschen, die an das RKI als erkrankt gemeldet wurden, d.h. von den 3.433.516 Menschen mit COVID 19 sind das 3.061.500 Genesene (3,7% der Gesamtbevölkerung und 89% (!) aller gemeldeten COVID-19 Patienten) in Deutschland. Hinzu kommen noch die 24.537.128 Geimpften (davon 17.605.544 mit einer und 6.931.584, d.h. 8,3% der Gesamtbevölkerung mit zwei Impfungen).

Die SeBluCo- Studie des RKI hat bei Blutspendern zudem gezeigt, dass die Seroprävalenz (Nachweisbarkeit der Antikörper gegen SARS-Cov-2 im Blut), im März 2021 bei insgesamt 7,8 % (~ 6.487.003) lag. Allein wenn man diese Gruppen addiert: Genesene, Geimpfte und „Gesunde“ mit Seroprävalenz, ergibt sich das fast schon einige Menschen Immunität aufweisen (müssten). Niemand weiss jedoch, wieviele Menschen tatsächlich bereits immunisiert sind. Von einer Herdenimmunisierung würde man sprechen, wenn ca. 60-70% der Bevölkerung eine positive Seroprävalenz zeigten – wie weit sind wir davon noch entfernt? Es könnte sein, dass bereits deutlich mehr Menschen immunisiert sind.

Das herauszufinden, wäre hilfreich, um die nächsten Schritte in einer Zukunft mit Corona planen zu können. Die Erfassung des Anteils der Bevölkerung, der bereits Kontakt zu SARS-CoV-2 hatte, ist wichtig, um den weiteren Verlauf der Epidemie in Deutschland abzuschätzen und Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz zu planen, schreibt das RKI. Wie jedoch sollte man diese Daten erhalten?

Serologische Tests bieten die Möglichkeit zur Identifikation der Patienten, die Kontakt mit dem Virus hatten und eine Immunreaktion auf den SARS-CoV-2 Virus (Auslöser von COVID-19) entwickelt haben. Wie in der o.g. Studie des RKI bei Blutspendern, könnte man in der gesamten Bevölkerung über die Hausärzte oder durch Selbsttest (ähnlich wie bei Diabetikern braucht man nur ein paar Tropfen Blut und kann den Test dann an ein zertifiziertes Labor zur Auswertung senden) die Seroprävalenz feststellen. Diese kann frühestens 3 Wochen NACH einer durchgemachten Infektion festgestellt werden, da es etwas Zeit braucht, bis sich genügend Antikörper gebildet haben.

Der Test kann also keine Infektiosität feststellen (wie die Schnelltests), sondern allein eine durchgemachte Erkrankung und damit einhergehend eine Immunität. Die Daten müssten an das RKI gemeldet werden, gleichzeitig könnte man Menschen mit Antikörpern z.B. nur monatlich oder einmal im Quartal testen, und diesen Sonderrechte einräumen, wie auch Geimpften und Genesenen, denn eigentlich gehören diese ja auch zu den Genesenen im weiteren Sinne.

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie - sind wir bereit?

Wenn man mit serologischen Tests mehr Erkenntnisse zum Stand der Herdenimmunität erlangt, dann könnten mit entsprechenden Hygienekonzepten Restaurants und Geschäfte wieder öffnen und mindestens diesen Menschen Zugang gewähren. Schritt für Schritt könnten weitere Einrichtungen mit Hygienekonzepten öffnen. Mit zunehmendem Anteil der Geimpften und Genesenen bzw. Seropositiven könnte so eine Schrittweise Annäherung an Normalität erfolgen und schließlich auch eine Herdenimmunität erreicht werden.

Zudem würden wir Erkenntnisse dazu gewinnen, wie lange eine Immunisierung anhält und ob sie gar von Dauer ist bzw. welche Faktoren eine dauerhafte Immunisierung evtl. behindern. Das wäre ein wahrer Schritt in die richtige Richtung, um endlich auch mittel- und langfristig Perspektiven aufzeigen zu können. Manche Wissenschaftler gehen von einer Herdenimmunität bei einer Durchimpfungsrate/Immunität von 80-85% andere von einer von 60-70% der Bevölkerung aus. An einem Beispiel kann man Herdenimmunität „spielend“ erfahren –siehe http://rocs.hu-berlin.de/D3/herd/musketierprinzip/

Es wird Zeit, dass darüber gesprochen wird und sich der Blick auf nachhaltige Lösungen richtet. Dazu gehören auch Katastrophenschutzübungen unter Einbezug der Gesundheitsämter – sind diese endlich im digitalen Zeitalter angekommen? Und wie funktionieren sie bei einer Katastrophe ohne Strom? Wie können wir schneller Daten zu Infektiosität aber auch Immunität generieren, um schneller evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können? Mehr Wissen bedeutet auch evtl. mehr wagen zu können, wenn nämlich die Dunkelziffer an Genesenen hoch und die Immunität aller langanhaltend ist (Genesene, Seropositive und Geimpfte).

Agieren statt reagieren!

Auch müssen wir heute planen, ob und wann Auffrischungsimpfungen notwendig werden – auch das kann nur geschehen, wenn wir wissen, wie lange Immunität anhält. Wir benötigen Daten für die Zukunft und nicht nur ständig die Daten zum Hier und Jetzt - die Politik muss endlich aus der Lethargie erwachen – nicht täglich grüßt das Murmeltier, sondern Zukunftsperspektiven aufzeigen und für Pandemien und die nächsten Schritte gerüstet sein – das ist die Devise.

Ohne serologische Tests wird uns schlimmstenfalls die Erkenntnis in Form einer x-ten Welle überrollen, dass die Immunität von Genesenen und/oder Geimpften nur z.B. 6 Monate anhält und was machen wir dann? Wieder einen Lockdown?? Wir müssen jetzt Wissen schaffen um die Zukunft rechtzeitig gestalten zu können! Agieren statt reagieren!

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