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Egal ob Zigaretten oder Shisha - Rauch(en) ist ungesund

Verantwortlicher Autor: Lydia Budiner Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf, 30.10.2020, 21:41 Uhr
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Rauch(en) ist nur hier zielführend
Rauch(en) ist nur hier zielführend  Bild: Lydia Budiner

Hohen Neuendorf/OT Borgsdorf [ENA] Nach Herz-Kreislauferkrankungen ist Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Männern und liegt bei Frauen nach Brustkrebs auf Platz 7 der Todesfallstatistik des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2018. Rauchen ist ein bekannter auslösender Faktor für Lungenkrebs.

Rauchen ist in den Industrieländern die wichtigste vermeidbare Ursache für Invalidität und vorzeitigen Tod. In Deutschland sterben jährlich 110.000 bis 140.000 Menschen inkl. 3000 Passivraucher, an den Folgen, das sind etwa 300 bis 400 Menschen täglich. Auch deswegen ist der Tabakkonsum in den letzten Jahren in Deutschland zurückgegangen. Und jede Art von Rauch ist gefährlich.

Tabakrauch - nicht nur Nikotin allein..

So alt wir das Rauchen selbst, sind auch die kritischen Stimmen zum zweifelhaften Rauch-„Genuss“. Die Tabakpflanze kommt, wie die „Rauchkultur“ aus Amerika. Nur das heute wissenschaftliche Daten und Fakten klar die möglichen Schäden durch Rauch(en) belegen. Zahlreiche Krebserkrankungen werden damit in Zusammenhang gebracht, nicht nur der Lungenkrebs. Zudem wird der Zahnhalteapparat durch Rauchen geschädigt (Stichwort: Paradontose), die Zahngesundheit ist gefährdet, Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Lungenerkrankungen (z.B. COPD) sind darauf zurückzuführen und viele weitere Einschränkungen der Gesundheit.

Was macht das Rauchen so gefährlich? Tabakrauch ist ein sehr komplexes Gemisch aus über 5.300 Substanzen, davon zahlreiche giftige und krebserzeugende Stoffe. Diese Giftstoffe sind teils gasförmig, teils an Partikel gebunden und gelangen mit dem Einatment bis tief in die Lunge und die Lungenbläschen, wo sie schnell aufgenommen werden. Der Rauch ist dabei ein Aerosol, ein Gemisch aus verschiedenen Gasen (Gasphase), in dem 0,1 bis 1 μm große Teilchen (Partikelphase), gelöst sind. Benzole, Nitrosamine und verschiedene Schwermetalle (Cadmium, Blei, Nickel), Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxid, Ammoniak und Formaldehyd sind Bestandteile dieses Aerosols.

. Der bekannteste Inhaltsstoff, der die Tabakpflanze vor Schädlingen natürlich schützt, ist das Nikotin, das im Vergleich zu den anderen Substanzen sogar eher harmlos, allerdings für die psychische Tabakabhängigkeit entscheidend ist. Nikotin ist ein starkes pflanzliches Gift, 60mg davon können für einen Erwachsenen tödlich sein. Und Rauchen schädigt auch die Gesundheit der Mitmenschen und erhöht für diese Passivraucher das Risiko für zahlreiche Erkrankungen.

Wasserpfeifen - Wohl oder Übel?

Die Lösung ist nicht, von einem Rauch(en) zum anderen zu wechseln (Stichwort Shisha/Wasserpfeife oder Elektrozigarette statt Zigarette) sondern ganz aufzuhören. Denn die Wasserpfeifen haben es ebenfalls in sich. Gerade unter jungen Männern erfreut sich dieser zweifelhafte „Genuss“ einer steigenden Beliebtheit, wenn auch eher sporadisch genossen, als täglich. Dennoch mit deutlichem Suchtfaktor und ungesunden Nebeneffekten.

Die Kultur des Wasserpfeifenrauchen kommt aus Ländern in Afrika und Asien. Vermutlich wurde die erste Wasserpfeife in Indien erfunden. Der Grundgedanke war, dass der schädliche Rauch, der beim normalen Rauchen entsteht, in der Wasserpfeife durch das Wasser gereinigt würde. Doch das war ein Trugschluss. Allein 82 schädliche Stoffe, davon 27 krebserregende Substanzen, sind in Wasserpfeifenrauch enthalten, hinzu kommen giftige Metalle, lungengänge Partikel und Kolhenmonoxid, tlw. in höherer Konzentration als im Zigarettenrauch.

Zudem sind die inhalierten Rauchmenten bei Wasserpfeifengenuss höher als beim Zigarettenrauchen. Auch beim Wasserpfeifenrauchen wird Nikotin in pharmakologisch wirksamen Mengen aufgenommen und kann zu Abhängigkeit führen. Daher warnt die WHO (World Health Organisation) vor dem Wasserpfeifengenuss. Abhängigkeitssymtome können bei jugendlichen Wasserpfeifenrauchern bereits bei geringem und nur gelegentlichem Konsum auftreten. Die gesundheitlichen Risiken sind vergleichbar mit denen des Zigarettenrauchens.

Und die E-Zigarette?

E-Zigaretten sind in vieler Munde – vor allem als Zigarettenersatz bei Rauchern. Das Aerosol der E-Zigaretten besteht aus feinen und ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln. Darin enthalten sind die Bestandteile der Flüssigkeit (des Liquids), Nikotin und Aromen, sowie je nach Nutzerverhalten und Technik noch Formaldehyd, Metalle, reaktive Sauerstoffverbindungen etc. Zwar liegen diese Substanzen im Rauch der E-Zigaretten in geringerer Konzentration vor, als im Zigarettenrauch, allerdings können die Konzentrationen schwanken, z.B. ist die Konzentration höher, wenn es zu einer Überhitzung des Gerätes kommt.

Die Datenlage zu E-Zigaretten ist noch gering, da es dieses Gerät erst seit kurzem auf dem Markt gibt und Langzeitdaten daher fehlen. Es handelt sich dabei nicht auf ein über Jahrhunderte gepflegtes "Kulturgut", für das viele Daten vorliegen. Aufgrund des enthaltenen Nikotins im Liquid, ist die Gefahr einer Sucht wie bei den anderen Rauchmöglichkeiten dennoch gegeben.

Aufhören lohnt immer!

Neben Krankheiten und Leid, sowie ca. 121000 Todesfällen, verursacht Rauchen auch immense wirtschaftliche Kosten. Durch Krankheitskosten, Produktionsausfälle und Frühverrentung entstehen jährlich ca. 79 Mrd. Euro Kosten. Was kann man also machen als Raucher? Können wir etwas unternehmen, um unser Lungenkrebsrisiko zu senken? Auf jeden Fall! Aufhören. Aufhören verbessert die Gesundheit und die Lebenserwartung auch dann noch, wenn seit Jahren geraucht wurde – es ist nie zu spät - aufhören geht immer. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den Wunsch, er kann ihnen Tipps und Kontaktadressen geben.

Informieren Sie sich auf seriösen Informationsseiten, wie z.B. der Seite der Deutschen Haupstelle für Suchtfragen e.V. (DSH e.V.: https://www.dhs.de/infomaterial) genauer. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Aufhören.

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