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Olivenöl - das grüne Gold der mediterranen Küche

Verantwortlicher Autor: Lydia Budiner Hohen Neuendorf, 23.02.2023, 15:45 Uhr
Presse-Ressort von: Abgehakt Bericht 8823x gelesen
Superfood & Überlebenskünstler - Olivenhaine
Superfood & Überlebenskünstler - Olivenhaine  Bild: Lydia Budiner

Hohen Neuendorf [ENA] Der Olivenbaum ist besonders – erste Zeugnisse weisen auf seinen Anbau schon 6000 Jahre vor Christus Jahren hin. Die Friedenstaube hat einen Olivenzweig als Symbol für den Frieden im Schnabel. Und Olivenbäume prägen ganze Landschaften, und Landwirtschaften. Olivenöl ist ein Superfood.

Der Olivenbaum ist besonders – erste Zeugnisse weisen auf seinen Anbau schon 6000 Jahre vor Christus Jahren hin. Die Friedenstaube hat einen Olivenzweig als Symbol für den Frieden im Schnabel. Olivenbäume wachsen in trockenen Gebieten des Mittelmeeres. Ihre Früchte, die Oliven, sind die Ausgangsbasis für Olivenöl, dem viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden.

Spanien - Jaén -Liebe und Olivenöl

Es begann vor mehr als 40 Jahren. Mein erster Kontakt mit Olivenöl, dem Olivenöl meiner Schwiegermutter aus der Sierra Mágina, Huelma/Jaén, hat mich nicht gleich überzeugt. Jaén ist die spanische Provinzhauptstadt in deren Einzugsbereich die meisten Olivenanbaugebiete liegen. Olivenöl ist eines der wenigen Öle, die aus Früchten gewonnen wird, der Olive. Anders als bei Sonnenblumen oder Leinsamen, wo der Kern der Spender des Öls ist, ist dies beim Olivenbaum das Fleisch der Baumesfrucht.

Das aus den frisch geernteten Oliven kalt gepresste Olivenöl schimmert in den verschiedensten Grüntönen, es duftet nach Oliven, entfaltet im Mund eine wahre Explosion an fruchtigen Aromen und kratzt ein wenig (man sagt auch, das Olivenöl hält sich an der Kehle fest) beim Abgang in den hinteren Halsbereich. Das alles sind die positiven Merkmale eines guten Olivenöles, aber für mich war das damals noch nicht klar.

Als Deutsche war das zunächst für mich befremdlich – ich war eher an tierische Fette, Butter, Schmalz, Sonnenblumenöl oder die pflanzlichen Margarinen gewöhnt, aber Olivenöl kam nie auf den Tisch. Zunächst fand ich das Kratzen im Hals unangenehm, war mir der fruchtige Olivengeschmack zu intensiv – kurz: Ich konnte die Begeisterung meines Mannes nicht teilen und noch weniger die meiner Schwiegermutter. Auch von den verschiedenen Qualitäten der Olivenöle wußte ich noch nichts.

Meine Schwiegermutter jedoch liebte Ihre Oliven und das Olivenöl. Olivenöl war Hilfe gegen trockene Lippen, Füße und Hände. Das Gurgeln mit Olivenöl und das Ölziehen hielten den Mund und die Zähne gesund. Als Nahrungsmittel regulierte es die Verdauung und gehörte in jedes Gericht, wurde für Massagen bei Beschwerden jeglicher Art eingesetzt, bei Entzündungen verspracht es Heilung, Haut konnte damit gepflegt, das Immunsystem angeregt werden, zudem konnte es Herz-Kreislauf- Erkrankungen und auch Demenz vorbeugen– einfach wunderbar. Kurzum: Olivenöl war aus ihrer Sicht ein Allheilmittel, das wahre Gold, das wahre Lebenselixir.

Ich möchte hier über Olivenöl schreiben, aber das geht nicht, ohne meine Schwiegermutter zu würdigen. Das Wissen dieser Menschen – sie wurde 94 Jahre alt und verstarb im letzten Jahr – geht immer mehr verloren, dabei ist es so kostbar. Olivenöl war ihr Lebenselixir und erhielt sie bis ins hohe Alter körperlich und geistig gesund und agil – bis die Corona-Welle kam und selbst da hielt sie es noch bis zum Ende der Pandemie aus- um dann am Ende doch von uns zu gehen.

Aber sie hat uns ein Vermächtnis hinterlassen – ihre Olivenhaine! Und schon zu Ihren Lebzeiten hat sie mich zu einem Olivenöl Fan bekehrt. Zugegeben je mehr ich mich um meine Ernährung sorgte, um so mehr wurde mir klar, dass das kaltgepresste, virgin extra Olivenöl wirklich besser ist als all die raffinierten Öle und Fette, die das Haus meiner Eltern dominierten. Es war also keine langwierige Bekehrung und auch der Geschmack war schnell zu einem Qualitätsmerkmal geworden. Einmal jährlich, zur Zeit der Olivenernte, versorgten wir uns mit dem Jahresvorrat an Olivenöl. Schon damals begann ich mich zu fragen: Was ist dran an dem Wundermittel Olivenöl. Und ich musste feststellen: Meine Schwiegermutter hatte keinesfalls übertrieben.

Olivenöl - Produkt eines Überlebenskünstlers

Nirgendwo habe ich mich meiner Schwiegermutter so nah gefühlt, wie in ihren Olivenhainen in der Region Jaén. 1.100 Meter hoch liegen Sie und der Anstieg ist steil. Die Sonne brennt und dennoch überleben hier viele der noch traditionell angebauten Olivenbäume ohne Bewässerung oder mittels nur geringfügiger Bewässerung. Je intensiver die Bepflanzung, je enger die Baumabstände, je „moderner“ der Anbau, desto notwendiger wird die Bewässerung.

Was für ein Baum der diese Trockenheit, diese harten unbarmherzigen Böden als Standort nutzt, den Boden mit seinen Wurzeln festhält und dessen Abrutschen verhindert. Was für ein Baum, der knorrig über Jahrhunderte Früchte tragen kann, der im Frühjahr geschnitten und im Herbst abgeerntet wird, der nicht nur Oliven liefert, sondern auch Holz für Möbel. Dessen Olivenkerne nach dem Pressen, als Brennstoff nutzbar sind – der ganze Regionen ernährt. Was für ein wunderbares Biotop für verschiedenste Lebewesen. Was für ein Überlebenskünstler.

Kurzum – ich habe mich in diese wunderbaren Bäume verliebt, in das Öl, in die Region, die Aussicht und schon immer in die Menschen dort. Als neugeborene Mitbesitzerin von Olivenhainen wollte ich nun aber auch genauer wissen, was an dem Wundermittel Olivenöl denn so dran ist. Hatte meine Schwiegermutter übertrieben? Was war dran an dem Mythos Olivenöl? Und was macht das Olivenöl zum Superfood?

Olivenöl- das grüne Gold der mediterranen Küche

Zuallererst ist Olivenöl natürlich ein Fett und wie alle Fette stellt es viel Energie bereit - ca. 9 kcal/g im Schnitt.uallererst ist Olivenöl natürlich ein Fett und somit stellt es dem Körper vor allem Energie bereit. Man könnte nun annehmen, dass Olivenöl zur Fettlaibigkeit beiträgt. Doch wenn man es genauer betrachtet, ist Fettlaibigkeit in den Ländern mit einem hohen Olivenölverbrauch gar nicht so weit verbreitet - eher im Gegenteil.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es bei den Völkern des Mittelmeerraums, die am meisten Olivenöl konsumieren, weniger Fettleibigkeit gibt. Die überraschende Antwort auf dieses Phänomen gibt evtl. eine 2008 in der Zeitschrift „Cell metabolism“ erschienene Publikation von Prof. Dr. Daniele Piomelli. Piomelli nimmt an, dass die im Olivenöl enthaltene Ölsäure im Darm in das Hormon Oleylethranolamid umgewandelt wird, das dazu beiträgt, den Hunger zu stillen und ein Sättigungsgefühl zu erzeugen.

Wenn das Olivenöl in den Magen gelangt, verringert es nicht den Tonus des Muskelrings oder Schließmuskels an der Basis der Speiseröhre. Daher verringert es das Risiko eines Rückflusses von Nahrung und Magensaft aus dem Magen in die Speiseröhre (sog. Reflux). Olivenöl hemmt auch teilweise die Magenmotilität. Dadurch wird der Mageninhalt langsamer und allmählich in den Zwölffingerdarm abgegeben, was zu einem stärkeren Sättigungsgefühl führt und die Verdauung und Aufnahme der Nährstoffe im Darm begünstigt.

Eine der Wirkungen des Olivenöls auf das hepato-biliäre System besteht darin, dass es ein Cholagogum (=galletreibendes Mittel) ist, das einen optimalen Abfluss der Galle und eine vollständige Entleerung der Gallenblase gewährleistet. Eine weitere Wirkung ist seine cholecystokinetische Wirkung, d.h. es regt die Kontraktion der Gallenblase an, was bei der Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen der Gallenwege sehr hilfreich ist. Es regt die Synthese von Gallensalzen in der Leber an und erhöht die Menge des von der Leber ausgeschiedenen Cholesterins.

Kurz gesagt, dank seiner positiven Wirkung auf den Muskeltonus und die Aktivität der Gallenblase regt das Olivenöl die Verdauung von Fetten an, da diese von der Galle emulgiert werden, und beugt der Bildung von Gallensteinen vor. Beim Verzehr von Olivenöl produziert die Bauchspeicheldrüse eine geringe Menge an Sekret, so dass dieses Organ zwar wenig, aber effizient und ausreichend arbeitet, um alle Verdauungsfunktionen zu erfüllen. Olivenöl wird bei Krankheiten empfohlen, bei denen die Funktion der Bauchspeicheldrüse aufrechterhalten werden muss, wie z. B. bei Pankreasinsuffizienz, chronischer Pankreatitis, zystischer Fibrose, Malabsorptionssyndromen usw.

Dank des enthaltenen Sitosterin verhindert das Olivenöl teilweise die Aufnahme von Cholesterin im Dünndarm. Es stimuliert auch die Aufnahme verschiedener Nährstoffe (Kalzium, Eisen, Magnesium usw.). Olivenöl ist also ein Fett, das sehr gut verdaut und absorbiert wird. Es hat auswählende Eigenschaften und eine leicht abführende Wirkung, die gegen Verstopfung und Mundgeruch hilft.

Olivenöl scheint eine günstige Wirkung auf die Knochenverkalkung zu haben, und die Knochenmineralisierung ist umso besser, je mehr Olivenöl konsumiert wird. Es fördert die Kalziumaufnahme und spielt somit eine wichtige Rolle während der Wachstumsphase und bei der Vorbeugung von Osteoporose. Olivenöl macht also nicht fett und hat sehr positive Auswirkungen auf das gesamte Verdauungssystem - da hatte meine Schwiegermutter recht. Sogar eine abführende Wirkung wird diskutiert.

Olivenöl ist zudem eine Quelle für zahlreiche wichtige und gesundheitsfördernder Substanzen, wie z.B. die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, sekundären Pflanzenstoffen ( entzündungshemmende und antioxidativ wirkende Polyphenole) und essentielle Fettsäuren. Im Olivenöl finden sich u.a. Polyphenole wie Oleocanthal und Oleuropein. Die beiden Bitterstoffe sind hauptverantwortlich für den scharfen bzw. bitteren Geschmack hochwertiger Ölivenöle. Die Substanz Oleocanthal soll stark antientzündliche Eigenschaften ähnlich wie das Schmerzmittel Ibuprofen verfügen und dene "Cox-Enzym" Stoffwechsel hemmt, der an Entzündungsreaktionen beteiligt isz, wie ein internationales Forscherteam 2005 im britischen Fachblatt "Nature" berichtete.

Auch auf das Herz-Kreislauf-System wirkt Olivenöl positiv. Cardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den Industrieländern. Zahlreiche Studien belegen, dass Arteriosklerose eng mit den Ernährungsgewohnheiten, dem Lebensstil und einigen Aspekten der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenhängt. Das Fortschreiten der Arteriosklerose hängt von vielen Faktoren ab: Die wichtigsten sind ein hoher Cholesterinspiegel im Blut, Bluthochdruck, Diabetes und Zigarettenrauchen.

Arteriosklerose ist eine Erkrankung, bei der sich cholesterinreiche Plaques an den Wänden der Arterien ablagern. Dadurch wird das Blut daran gehindert, das Gewebe zu erreichen, und die Funktion lebenswichtiger Organe wie des Herzens und des Gehirns wird beeinträchtigt. Olivenöl senkt die Werte des Gesamtcholesterins, des LDL-Cholesterins und der Triglyceride im Blut. Gleichzeitig verändert es den HDL-Cholesterinspiegel nicht (und kann ihn sogar erhöhen), der eine schützende Rolle spielt und die Bildung von Fettpölsterchen verhindert, wodurch die Beseitigung der Lipoproteine niedriger Dichte gefördert wird.

Die positive Wirkung des Verzehrs von Olivenöl im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde in der Primärprävention nachgewiesen, wo es das Erkrankungsrisiko senkt, und in der Sekundärprävention, wo es ein erneutes Auftreten nach einem ersten koronaren Ereignis verhindert. Gegenwärtig zeigen Forschungsarbeiten die Wirksamkeit der mediterranen Ernährung bei der Vorbeugung von sekundären koronaren Ereignissen und den positiven Einfluss von Olivenöl auf die mit solchen Ereignissen verbundenen Depressionen und auf die Stimmung. Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig angesichts der hohen Inzidenz von Depressionen in der heutigen Welt und des großen Risikos, das sie für das Wiederauftreten von Herzkrankheiten darstellen.

Ungefähr 1,5 % des Olivenöls besteht aus Fraktion, die Antioxidantien enthält. Natives Olivenöl enthält die größten Mengen dieser Stoffe und anderer kleinerer Bestandteile. Vitamin E (Alpha-Tocopherol), Carotinoide und phenolische Verbindungen (einfache Phenole wie Hydroxytyrosol und komplexe Phenole wie Oleuropein) sind allesamt Antioxidantien, deren Wirkung in vitro und neuerdings auch in vivo nachgewiesen wurde, was weitere Vorteile bei der Vorbeugung bestimmter Krankheiten und auch der Alterung erkennen lässt.

Der Phenolgehalt von Olivenölen variiert je nach den klimatischen Bedingungen im Erzeugungsgebiet, dem Erntezeitpunkt und dem Reifegrad der Oliven bei der Ernte. Auch die Methoden der Ölherstellung und -lagerung haben einen Einfluss. Phenole haben zahllose biologische Eigenschaften, so hemmt Hydroxytyrosol die Thrombozytenaggregation und wirkt entzündungshemmend, und Oleuropein fördert die Bildung von Salpetersäure, die ein starker Vasodilatator ist und eine starke antibakterielle Wirkung ausübt.

Oxidierte LDL sind als atherogen bekannt, und hier kommt das Olivenöl ins Spiel, denn es hat eine positive, schützende Wirkung gegen die LDL-Oxidation. Darüber hinaus stärkt es auch andere Zellen im Körper gegen die toxische Wirkung von Oxidantien. Der hohe Gehalt an Antioxidantien in der mediterranen Ernährung scheint wesentlich zu ihrer Wirkung auf die Langlebigkeit beizutragen. Diese Antioxidantien sind in frischem Obst und Gemüse enthalten. Da es das einzige Öl ist, das aus einer Frucht gewonnen wird, enthält Olivenöl eine Vielzahl von Substanzen, Antioxidantien und Vitaminen, die ihm einen zusätzlichen Nährwert verleihen.

Der Grund für den hohen Gehalt an Antioxidantien liegt wahrscheinlich darin, dass die Olive eine Frucht ist, die der Luft ausgesetzt ist und sich vor Sauerstoff schützen muss. Sie synthetisiert daher eine größere Menge an Antioxidantien, die in das Öl übergehen. Natives Olivenöl, d. h. nicht raffiniertes oder industriell behandeltes Olivenöl, ist besonders reich an diesen Stoffen und hat eine starke antioxidative Wirkung, die vor Schäden durch freie Radikale (Fängeraktivität) und vor der Entstehung von Krebs schützt.

Eine nicht enden wollende Liste an guten Wirkungen

Olivenöl soll auch eine schützende Wirkung gegen bestimmte bösartige Tumore (z.B. Brust, Prostata, Endometrium, Verdauungstrakt,) haben. Eine Reihe von Forschungsstudien belegt, dass Olivenöl das Brustkrebsrisiko senkt. Eine gesunde Ernährung mit Olivenöl als Hauptfettquelle könnte die Krebshäufigkeit erheblich senken. Der Grund dafür ist, dass die durch Krebs verursachten Zellmutationen zum Teil auf Toxine zurückzuführen sind, die, wenn sie über die Nahrung aufgenommen werden, die DNA angreifen. Wenn diese Gifte die Leber passieren, bilden sie freie Radikale, die dann die DNA angreifen. Um diese freien Radikale zu bekämpfen, benötigt der Körper Vitamine und Antioxidantien, wie sie in Olivenöl enthalten sind.

Eine olivenölreiche Ernährung soll auch mit einem geringeren Darmkrebsrisiko verbunden sein- unabhängig von der Menge an Obst und Gemüse, die mit der Nahrung aufgenommen wird. In jüngster Zeit hat sich die Forschung mit den Auswirkungen von Fetten auf den Stoffwechsel befasst, insbesondere mit der schützenden Rolle von Olivenöl bei chronischen Lebererkrankungen und bei der als Morbus Crohn bekannten Darmerkrankung. Die Ergebnisse deuten auf positive Wirkungen von Olivenöl auf präkanzeröse Läsionen. Nach der Analyse von Diätformen kamen die Forscher zur Schlussfolgerung, dass fie Olivenöl-Diät die Zahl der Krebsläsionen , die Zahl der entstehenden Tumore verringerte und Tumore waren weniger aggressiv und hatten eine bessere Prognose.

Diese positive Wirkung könnte mit der Ölsäure zusammenhängen, der vorherrschenden einfach ungesättigten Fettsäure im Olivenöl. Es wurde beobachtet, dass diese Fettsäure die Produktion der von der Arachidonsäure abgeleiteten Prostaglandine senkt, die ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Tumoren spielen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch andere Bestandteile des Olivenöls, wie Antioxidantien, Flavonoide, Polyphenole, einen positiven Einfluss haben.

Über die Wirkung von Olivenöl auf Krebs muss noch viel herausgefunden werden, und es fehlen noch konkrete Daten über die Mechanismen, die hinter der positiven Rolle stehen, die Olivenöl bei der Vorbeugung oder Hemmung des Wachstums verschiedener Krebsarten spielt. Nach den derzeit vorliegenden Informationen könnte Olivenöl jedoch in den verschiedenen Phasen der Krebsentstehung gleichzeitig wirken.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass der Zusatz von Olivenöl zu einer ansonsten unveränderten Ernährung eine deutliche blutdrucksenkende Wirkung hat, die für dieses Öl spezifisch zu sein scheint. Der regelmäßige Verzehr von Olivenöl senkt sowohl den systolischen (maximalen) als auch den diastolischen (minimalen) Blutdruck. Es gibt neuere Belege dafür, dass durch den Verzehr von Olivenöl die tägliche Dosis von Medikamenten zur Kontrolle des Blutdrucks bei Bluthochdruckpatienten verringert werden kann, möglicherweise aufgrund einer durch die Polyphenole verursachten Verringerung der Salpetersäure.

Eine olivenölreiche Ernährung ist nicht nur eine gute Alternative bei der Behandlung von Diabetes, sie kann auch dazu beitragen, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder zu verzögern. Sie beugt der Insulinresistenz und ihren möglichen schädlichen Folgen vor, indem sie das HDL-Cholesterin erhöht, die Triglyceride senkt und für eine bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels und einen niedrigeren Blutdruck sorgt. Es ist erwiesen, dass eine Ernährung, die reich an Olivenöl, arm an gesättigten Fetten, mäßig reich an Kohlenhydraten und löslichen Ballaststoffen aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide ist, für Diabetiker am wirksamsten ist.

Neben der Senkung der "schlechten" Low-Density-Lipoproteine verbessert diese Art der Ernährung die Blutzuckerkontrolle und erhöht die Insulinempfindlichkeit.Diese Vorteile wurden bei Diabetes bei Kindern und Erwachsenen nachgewiesen. Es ist erwiesen, dass der Verzehr von Olivenöl das Immunsystem gegen Angriffe von außen durch Mikroorganismen, Bakterien oder Viren stärkt. Es ist seit langem bekannt, dass sich Mineralstoff- und Vitaminmangel negativ auf das Immunsystem auswirken können. Jüngste Forschungen haben ergeben, dass die im Olivenöl enthaltenen Fettsäuren wichtige immunologische Parameter wie die Proliferation von Lymphozyten, die durch spezifische Mitogene der B- und T-Zellen ausgelöst werden, senken können.

Es ist bekannt, dass diese Fettsäuren eine wichtige Rolle bei verschiedenen Immunfunktionen spielen. Sie sind an der Regulierung von Entzündungsprozessen beteiligt und können bei der Behandlung einiger Autoimmunkrankheiten und bei der Regulierung des Immunsystems im Allgemeinen wirksam sein. Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Immunerkrankung unbekannter Ursache, die die Gelenke betrifft. Es wird vermutet, dass Gene, Infektionsfaktoren, Hormone und die Ernährung an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Obwohl einige Studien darauf hindeuteten, dass Olivenöl zur Linderung der Symptome beitragen könnte, konnte eine solche Schutzwirkung nicht bestätigt werden

Den Autoren der Studie zufolge hatten Menschen, die sich mit einem hohen Anteil an Olivenöl ernährten, ein geringeres Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken. Die Studie ergab, dass Personen, die weniger Olivenöl konsumierten, ein 2,5-mal höheres Risiko hatten, an rheumatoider Arthritis zu erkranken, als Personen, die es häufiger konsumierten. Obwohl der Mechanismus noch nicht geklärt ist, wird vermutet, dass die Antioxidantien eine positive Wirkung ausüben.

Olivenölreiche Ernährung kann Gedächtnisverlust bei gesunden älteren Menschen verhindern. In einer Studie, die an älteren Menschen durchgeführt wurde, die eine Ernährung mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fetten, insbesondere Olivenöl, erhielten, wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit eines altersbedingten kognitiven Rückgangs geringer ist. Wie genau große Mengen dieser Fette den kognitiven Verfall verhindern, ist nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass diese Wirkung darauf zurückzuführen ist, dass die einfach ungesättigten Fettsäuren dazu beitragen, die Struktur der Zellmembranen des Gehirns aufrechtzuerhalten, da der Bedarf an diesen Fettsäuren mit zunehmendem Alter zu steigen scheint.

Das Hautgewebe durchläuft eine Reihe von Veränderungen. Einige der wichtigsten sind, dass die inneren und äußeren Schichten der Haut (Dermis und Epidermis) dünner werden, dass die Elastizität verloren geht, dass der Bereich, der die Dermis mit der Epidermis verbindet, weniger gepolstert wird, dass Fibrose mit der Ansammlung von Kollagen auftritt und dass das Gewebe weniger in der Lage ist, Schäden zu bekämpfen und zu reparieren.

Äußere Faktoren wie die Sonneneinstrahlung beschleunigen die Alterung durch die Bildung freier Radikale. Obwohl die Zellen mit Mechanismen ausgestattet sind, die ihre Wirkung neutralisieren, ist es möglich, die Zellschäden durch die Verwendung von Hemmstoffen zu reduzieren, die das Risiko verringern. Ein solcher natürlicher Inhibitor ist Olivenöl, dessen Lipidprofil dem der menschlichen Haut sehr ähnlich ist

Neben den Polyphenolen enthält Olivenöl einen hohen Anteil an den Vitaminen A, D und K sowie an Vitamin E, dem wichtigsten Schutzfaktor gegen die freien Radikale, die die Zelloxidation verursachen. Dies macht es zu einem guten Hilfsmittel in spezifischen Therapien zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Akne, Psoriasis und seborrhoischen Ekzemen. Es wird auch vermutet, dass Olivenöl aufgrund seiner ausgeprägten antioxidativen Wirkung eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von kontinuierlicher Oxidation spielen könnte, einem der Prozesse, die die Entwicklung bestimmter Arten von Hautkrebs beeinflussen. Vitamin-E-Studien wurden bereits begonnen.

Olivenöl und Klimawandel

In der Europäischen Union werden rund 70 % des Olivenöls auf 1.563.000 ha hergestellt (Stand: 2000), davon entfielen 48 % auf Spanien und 22,5 % auf Italien. 1.160.000 Erzeuger arbeiteten in Italien im Olivenölsektor, 840.000 in Griechenland, 380.000 in Spanien und 130.000 in Portugal. Sie sind als Olivenbauer oder in Genossenschaften, Ölmühlen, Raffinerien, Mischbetrieben und Vermarktungsunternehmen tätig. Übrigens ist der größte Kunde für spanisches Olivenöl Italien! Es gibt nämlich gar nicht so viel Olivenanbau in Italien, wie Olivenöle verkauft werden – die meisten italienischen Olivenöle haben etwas „Spanien“ im Öl. Dennoch erhält das „italienische“ Öl oft bessere Bewertungen, als das reine spanische.

Die langen und intensiveren Trockenperioden im Jahr 2022 und das Ausbleiben der erwarteten Regenfälle im Land wirken sich negativ auf eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse Spaniens aus. Es wird erwartet, dass das Land in diesem Jahr etwa 800.000 Tonnen Olivenöl produzieren wird, gegenüber 1,4 Millionen Tonnen im Jahr 2021/2022. Nach Angaben der Meteorologischen Agentur (Aemet) wird der Winter 2021-2022 der zweittrockenste in Spanien seit 1961 sein. Die Agentur hat auch eine ernste Warnung ausgesprochen: Es könnte sich um eine "Langzeitdürre" handeln. Der Klimawandel schlägt auch in Spanien zu.

In Jaén, der Provinz, auf deren Feldern der größte Teil des spanischen Olivenöls produziert wird, bedeutet der Produktionsrückgang Verluste in Millionenhöhe. Landwirte entscheiden sich dafür, nur noch Öl für den Eigenbedarf zu produzieren. Die Folge dieses Produktionseinbruchs ist, dass die Olivenölpreise wahrscheinlich weiter steigen werden. Dies geschieht bereits inmitten der steigenden Verbraucherpreise aufgrund der Inflation.

Olivenöl - Produkt mit Zukunft

Das wird eine wichtige Frage für ganze Regionen. Schon strecken gierige Investoren die Finger nach den Hainen aus um dort statt Oliven zukünftig Sonnenenergie zu ernten. Der Verdienst der Bauern ist gering, der Klimawandel ist angekommen. Wie wird sich die Region verändern? Werden Investoren siegen? Wer wird die Oliven der zukunft anbauen? Viele junge Menschen zieht es in die Städte, was bleibt sind die Alten. Werden am Ende Photovoltaikanlagen die Berge und Täler pflastern? Was wird das für den kargen Boden bedeuten – gibt es dann noch mehr Katastrophen?

Wer rettet das Kulturgut, das Nahrungsmittel, das Biotop, das Allheilmittel Olivenbaum? Wer wird es nachhaltig hegen und pflegen und verhindern, dass es durch Glas und Stahl ersetzt wird? Viele Fragen, denen sich alle Beteiligten rechtzeitig stellen sollten, bevor das Land in die Händen von nomadischen Gewinnmaximierern fällt. Wichtig ist die Entwicklung im Auge zu behalten und nicht die Augen zu verschließen - Olivenöl muss ein Produkt mit Zukunft bleiben.

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